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In nur 2 ½ Monaten konnte das neue Haus für die großen Jungen fertiggestellt werden. Zur Freude der Jugendlichen und aller Bewohner von Akany Avotra wurde das Haus am 5. Dezember mit einer Festmesse eingeweiht. Jetzt fehlt nur noch die Einrichtung – Spenden dafür sind sehr willkommen.

Danke, lieber Ulrich und liebe Evelin für dieses Vermächtnis.

 

 

KERE": HUNGERSNOT IM SÜDEN VON MADAGASKAR

Madagaskar zählt zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Überall auf der Insel lebt die Mehrzahl der Menschen unter schwierigen Bedingungen. Dabei befindet sich der äußerste Süden in einer besonders kritischen Situation, nicht nur wegen des Coronavirus, durch das viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben, sondern vor allem wegen der Dürre, die seit Jahren ein großes Problem darstellt. Die Menschen in dieser Region leiden seit jeher unter einer bedrohlichen Nahrungsmittelknappheit, die in den letzten Jahren durch den Klimawandel dramatisch verstärkt wird. Seit zwei Jahren gibt es in diesem südlichen Teil Madagaskars keine Regenzeit mehr, und der Anbau von Nahrungsmitteln ist kaum noch möglich, Rinder, Ziegen und Geflügel verhungern. Buschbewohner essen Botagne (Asche und Tamarinde), um ihren Hunger zu stillen.

Vor allem die Kinder befinden sich in einem Zustand der Unterernährung. Ein Ernährungsprogramm der Regierung wurde im Juni beendet wurde. Jetzt im Oktober wird die Zahl der Kinder im Alter zwischen 6 und 59 Monaten, die unter akuter Unterernährung leiden auf 14332 geschätzt.

Angesichts dieser Hungerkatastrophe konnte die Vinzentinische Familie dieser Region nicht untätig bleiben. Pater Alexander, Provinzial der Lazaristen, entschied, die Verwendung der erhaltenen Spenden nicht alleine den Lazaristen zu überlassen, sondern einer Kommission der Vinzentinischen Familie anzuvertrauen (Lazaristenpatres, Diözesanpriester, Vinzentinerinnen, AIC, AMM, Vinzenzkonferenzen, christlichen Ehrenamtlichen, auch Protestanten), weil ihm klar war, dass Einheit Stärke bedeutet. Die Rolle dieser Kommission besteht darin, eine Strategie zur wirksameren Bekämpfung der Hungersnot zu planen. Entsprechend der Spenden werden die Zielorte ausgewählt und überlegt, welche Hilfe geleistet werden kann und wie die verschiedenen Spenden (Lebensmittel, Wasser, Geld, Saatgut usw.) zu den betroffenen Menschen gebracht werden können.

Außerdem wurde ein kleines Team bestehend aus drei Priestern und drei Vinzentinerinnen gebildet, um die Hilfe vor Ort zu organisieren. Ihre Aufgabe ist unter anderem die Mobilisierung der Mitglieder der Vinzentinischen Familie, die sich in den betroffenen Gemeinden ein Bild von der Lage vor Ort machen, indem sie von Tür zu Tür gehen und dort ihre Erhebungen machen.

„Dank der Bemühungen der lokalen Vinzentinischen Familie haben wir sehr schnell Informationen über jeden Standort erhalten. Wir wurden über die Zahl der Opfer und die Zahl der betroffenen Familien informiert. Und jeder Standort hat uns bereits mitgeteilt, wie das lokale Team mit der Hilfe beginnen könnte, zum Beispiel wie viele Kilo Reis pro Familie oder pro Person benötigt werden. So beschlossen wir, 53t weißen Reis in Säcken zu 50 Kilo zu kaufen. Statt den einzelnen Familien Geld zu geben, um Wasser zu kaufen, wurde uns vorgeschlagen, einen Tankwagen zu mieten. Bis jetzt geht alles gut“ berichtet Pater Pierrot Martin Rakotoarison c.m.

Er schreibt aber auch: „Nach dem, was wir erfahren haben, würde dies trotz der bereits verteilten Reismenge nicht ausreichen. Wir brauchen mehr, denn diese Hungersnot könnte durchaus bis Januar 2021 andauern“.

NB: Die Berichte und die Fotos über die Hungersnot im Süden Madagaskars stammen vom Regionalkoordinator des ONN (Office National de Nutrition) in Androy und von Pater Pierrot Martin Rakotoarison c.m. aus Fort Dauphin

Die Vorsitzende der AIC-Madagaskar

Marie-Thérèse Razafindravao

 

Wie Sie sehen können, kämpfen die Vinzentinerinnen, Patres und vinzentinischen Laien, die in der Region leben, darum, die örtliche Bevölkerung mit Nahrung und Wasser zu versorgen. Sie tun, was sie können, aber Ihre Unterstützung wird dringend benötigt:

SWIFT BIC Code                                CLMDMGMG

Beneficiary Bank Name                      BNI MADAGASCAR

IBAN                                                  MG46 0000 5000 1736 1120 1016 017

ACCOUNT NAME                            ECAR VISITEUR DE LA MISSION

Adresse :                                             B.P : 111

                                                            614 – TOLAGNARO

                                                            MADAGASCAR

 

10 JAHRE PROJEKT TSIRY: RÜCKBLICK UND AUSBLICK

Als im Herbst 2010 das Projekt Tsiry mit der Ausbildung der Lehrer startete, ahnte niemand, wie langfristig, erfolgreich und nachhaltig das Programm sein würde. Bis zum Sommer 2020 haben an 11 Standorten 5173 Erwachsene (AFID) teilgenommen und an 7 Standorten 2180 Kinder (ASAMA), davon 1283 Mädchen. Lesen Sie mehr

10 Jahre Projekt Tsiry.docx
Microsoft Word-Dokument [1.4 MB]

Neuigkeiten aus dem Kinderheim

Seit langem gab es den Plan, für die größeren Jungen im Kinderheim ein eigenes kleines Haus auf dem Grundstück zu bauen. Eine bescheidene Holzhütte war nur eine Zwischenlösung. Jetzt ermöglicht eine großzügige Spende aus Deutschland den Neubau und der Grundstein wurde gelegt. Schon bald werden die großen Jungen, die alle noch zur Schule gehen, ihr eigenes Reich haben, wo sie ungestört lernen können, aber auch Ordnung halten müssen, weiterhin betreut durch den Leiter des Kinderheims – und die kleinen Jungen haben mehr Platz und Ruhe zum spielen und lernen.